Worum mir Fasnet mache

- aber au nu für Schlaumeier!-


Fasnetwissen – warum machen wir überhaupt Fasnet…

Warum machen wir eingentlich Fasnet? Oder auch Fastnacht genannt?

 

Bei vielen kommt die Antwort: Wir treiben damit den Winter aus…Mit den riesigen Fasnetfeuern, Fasnetverbrennungen, lautem Gesang und wilder Musik, dies am Ende der Fasnet am Übergang zum nahenden Frühling klingt dies eigentlich auch sehr plausibel…

Aber wisst ihr, dass unsere Fasnet eigentlich einen ganz christlichen Ursprung und Hintergrund hat?

Es also alles mit der Kirche, der vorösterlichen Fastenzeit und dem nahenden Osterfest zusammenhängt?

Nicht nur der Termin der Fasnet, sondern auch der Name und die Bräuche?

Klingt spannend, oder?

Dann lest weiter, hier möchten wir es euch erklären:

 

 

Zuerst zum Namen – wir hier sagen Fasnet, häufig hört man auch Fastnacht, Fasent, Fasenacht – je nach Region…

Die Fastnacht orientiert sich immer an der österlichen Fastenzeit, welche 40 Tage vor Ostern stattfindet und mit dem Aschermittwoch beginnt. Die Osterzeit wiederum orientiert sich am ersten Frühlingsvollmond im Jahr. Der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond ist der Ostersonntag. Daher kommen die sehr schwankenden Fastnachtstermine…lässt man bei der Rückwärts-Zählweise der 40 Tage die Sonntage weg, so konnt man auf die Fasnettermine,wie wir sie kennen. Zählt man die Sonntage mit, dann kommt man auf die Termine der „Bauernfasnet“, wie sie in der Schweiz oder im Dreiländereck gefeiert werden.

Wie kam es zu diesem Wort: FAST-NACHT

Für die Kirche war das frühere närrische Treiben immer schon ein Ärgernis, verbanden sie es auch immer als teuflisches Tun. Dass die Mensche so ausgelassen waren, viel tanzten, ausgelassen waren, Schabernack trieben, ausschweifend aßen und tranken – das entsprach nicht ihrem Weltbild und es musste in ihren Augen der Teufel dahinter stecken - sie wollten dies unterbinden.

Sie merkten aber, dass die Menschen sich das nicht verbieten ließen, deshalb gestand die Kirche ihnen zu, dies in einem gewissen Rahmen zu gestalten und zu leben.

Vor der österlichen Fastenzeit, in der die Kirche zu Umkehr, Fasten und Buße im Hinblick auf das Osterfest befahl, sollte es den Menschen gewährt werden, noch einmal sehr ausgelassen zu sein…

Man erlaubte den Menschen 1 Tag die Fastnacht zu feiern. Die Fast-Nacht – die Nacht VOR dem Fasten (Fasnetdienstag), da mit Aschermittwoch die Buß-und Fastenzeit beginnt.

Jetzt war es so, dass in der Fastenzeit früher die Regeln der Fastenzeit noch sehr streng waren und der komplette Verzehr von tierischen Produkten verboten war.

Dies glich ja somit fast einem wochenlangen Berufsverbt für die Metzger. Sie konnten somit ihre Produkte nicht mehr verkaufen. 

Die Dorfbevölkerung wusste schnell, dass Schlachtung, Produktion, Verkauf und Verzehr nicht an einem Tag gelingen würde. Es wurde zurückgerechnet…auch ein zusätzlicher Tag (Fasnetmontag) brachte nix für die ganzen Aufgaben…Weiter zurück zum Sonntag – dieser war seit jeh her als kirchlicher „Ruhetag“ arbeitsfrei und Samstags wurde der „Sonntag“ schon ab 12.00 Uhr mittags der Sonntag eingeleitet und fiel somit als Schlachttag auch weg.

Weiter zurück auf den Freitag – als „Askesetag“- fleischloser Tag zum Gedenken an das Sterben Jesu, fiel auch der Freitag raus und somit kommen wir zum Donnerstag.

Diesen kennen wir heute als „schmutzige Dunschdig“, dieser Tag wurde fortan genutzt zum Schlachten und verarbeiten und die darauffolgenden närrischen Tage wurden dann genutzt, um alles zu verzehren, zu feiern und nochmals ausgelassen zu sein, bevor die stille Zeit der Buße mit dem Aschermittwoch eintritt. Alles mit Erlaubnis der Kirche.

So kamen wir zu unseren Fasnettagen, die wir auch heute noch für die Narretei so nutzen.

Das „schmutzig“ oder „schmotzig“ hat nichts mit dreckig zu tun, sondern ist ein allemannisches Wort für „fettig“ – bei der Schlachtung wurden sämtliche verderblichen, tierischen Produkte aufgebraucht, so auch das anfallende Schweineschmalz. 

So wurden viele Speisen in Fett ausgebacken und an der Fasnet gegessen und verteilt. Denken wir nur an die Fasnetküchle, Scherben, Berliner…

Auch der Brauch des Betteln/Heischens geht auf die Zeit der oft armen Dorfbevölkerung zurück – man erbettelte Süßigkeiten, Fasnetküchle, Würste, verteilte es an die Kinder….damit verbunden sind auch oft Fasnetsprichli, die oft sehr spöttisch sind – die „arme Bevölkerung“ darf gegen die Obrigkeiten/feinen Herrschaften auflehnend sein – Spottlieder rufen…das ging damals ohne Strafe sicher nur an der Fasnet…

Und was hat es sich nun mit den Eiern auf sich? – in manchen Dörfern werden zur Fasnet Eier gesammelt oder verteilt…auch diese sind ja ein tierisches Produkt, die somit in der Fastenzeit nicht verzehrt werden durften. Die Hennen aber stellten ihre Eierproduktion in der Fastenzeit nicht ein, nur weil es kirchlich verboten war….somit wurden möglichst viele Eier in den Fasnetspeisen verbraucht oder auch verteilt – und weil die Aufbewahrung von frischen Eiern über die Wochen der Fastenzeit schwierig war, kochte man sie einfach – so erklärt sich auch der Grund von gekochten „Ostereiern“..

 

So, das war nun etwas Fasnetwissen für Schlaumeier…                                                   

jetzt wisse ihr Bscheid, machets guet, s´goht degegä…!

 

Narri-Narro!